StudiVZ kooperiert mit Staatsanwaltschaft
Mittwoch, 27. Februar 2008 – 14:38 Uhr
Oh man! Das es StudiVZ mit dem Datenschutz nicht so ganz ernst nimmt wissen wir seit jeher. Nun will das StudiVZ Personendaten an Fahnder rausgeben, wenn Beispielsweise zu erkennen ist, dass jemand auf einem Bild einen Joint raucht oder ähnliche Straftaten begeht:
StudiVZ-Geschäftsführer Martin Riecke:
“Gott sei Dank dürfen wir bei Ermittlungsersuchen solche Daten nun herausgeben. Nutzungsdaten speichern wir bei allen Nutzern, die uns das erlaubt haben durch ihre Einwilligung.”
http://www.heise.de/newsticker/meldung/104159
Also ich bin ja kein Jurist und so, ja? Aber in meinen Augen ist das einfach nur lächerlich:
- Woher wissen die Ermittlungsbehörden, dass sich die Person auf dem Bild in Deutschland aufgehalten hat? (Ist für eine Anklage unabdingbar, diese Information)
- Woher wissen die Ermittlungsbehörden, dass das gerade ein Joint ist, und keine selbstgedrehte Zigarette? Selbst wenn offensichtlich eine Wasserpfeife, nach Marihuana aussehende Substanzen und Bob Marley Poster auf dem Bild zu sehen sind, ist noch lange nicht gesagt, dass eine Person da gerade einen Joint raucht.
- Selbst wenn wirklich mit Sicherheit gesagt werden kann (faktisch unmöglich), dass sich die Person auf einem Bild in Deutschland befindet und der Glimmstengel keine Zigarette, sondern wirklich ein Joint ist. Der Konsum von Marihuana fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Lediglich Anbau und Besitz.
Deswegen: woher will irgendein Polizeibeamter auf Grund eines Fotos wissen, dass die abgebildete(n) Person(en):
- in Deutschland waren
- Marihuana rauchten
- Besitzer des konsumierten Marihuanas waren
?
Aber mittlerweile braucht es ja soetwas wie einen hinreichenden Tatverdacht gar nicht mehr für Hausdurchsuchungen und die Unschuldsvermutung existiert auch nur noch auf dem Papier. Viel beängstigender finde ich es daher ja schon fast, dass ein Unternehmen wie das StasiVZ, welches so oft in der Kritik stand wegen ihrer Sicherheitsprobleme und Datenschutzpolitik, scheinbar noch immer nicht aus seinen Fehlern gelernt hat.
Ich glaube man sollte die Chance mal nutzen und rasch eine eigene Alternative zum StudiVZ bauen. Eine, wo die Benutzerdaten so behandelt werden wie sie sollten und wie sich das gehört: nämlich mit Sorgfalt. Denn ohne die Millionen von angemeldeten Usern wäre das StudiVZ nicht einen müden Cent wert und ganz sicher keine 85 Millionen. Und als Dankeschön springt man nicht so mit seinen Usern um.
Ich bin mal gespannt wann die von StudiVZ obligatorische Stellungnahme kommt, indem Riecke alles dementiert und vorgibt ja völlig missverstanden worden zu sein.
Tags: Martin Riecke, Staatsanwaltschaft, StasiVZ, StudiVZ







