Haben die Dortmunder Bürger noch Verstand?
Freitag, 26. September 2008 – 23:12 Uhr
Ich bin gerade etwas in Rage, ja, sehr aufgewühlt, möchte daher gerade ein wenig meinen Unmut kund tun.
Seit, ich glaube, inzwischen mehr als 50 Jahren regiert hier in Dortmund die SPD. Das mag streckenweise gar nicht so schlecht gewesen sein, aber die Zeiten haben sich geändert. Auch wenn ich hier nie öffentlich erwähnen wollte, welche Partei mein Kreuz bekommt, in diesem Fall muss ich einfach eine Ausnahme machen, zu sehr geschockt bin ich.
Im September 2002 war ich gerade frische 18 und durfte das erste mal wählen. In meiner Familie, (wie leider in vielen Dortmunder Familien), war es da „Ehrensache“ die SPD zu wählen. Und so tat auch ich es. Schließlich war mir Schröder als Bundeskanzler damals weitaus lieber als Stoiber oder „so unbedeutende Randparteien“ zu wählen wie die FDP oder die Grünen, ist ja schließlich „auch irgendwie sinnlos“.
Geprägt durch meine SPD-Familie, wurd dann 2004 (warum frag ich mich ehrlich gesagt bis heute) auch unser aktueller OB Gerhard Langemeyer gewählt. Ein Fehler den ich im Nachhinein bis heute bereue. Er bekommt es seit 9 Jahren nicht hin, den Hbf in Dortmund zu modernisieren. Jedes Projekt, das in Dortmund mit Hilfe eines Investors gestemmt werden soll, geht den Bach runter. Er hat das städtische Klinikum zu Grunde wirtschaften lassen und er hat die Stadt-Schulden seit Amtsantritt fast verdoppelt (er wollte sie mindestens halbieren, wenn ich mich recht erinnere).
Kürzlich verschwanden 1,1 Millionen Euro aus der Stadtkasse, mit denen der aktuelle Bürgermeister nichts zu tun haben möchte. Der Dortmund Airport wirtschaftet sich zu Grunde - nicht, weil er ein unfähiges Management hat - nein, weil die Politik ihn behandelt, als wäre er fehl am Platze. Sämtliche Entscheidungen über den Ausbau des Airports wurden seitens der Politik bis nach der Kommunalwahl verschoben. Lieber Millionen von Euros und hunderte Arbeitsplätze aufs Spiel setzen, als 1000 Wähler.
Alles, was unser Herr Oberbürgermeister Langemeyer uns Bürgern in Dortmund als „super“, „toll“, „klasse“, „sensationell“ verkauft (Phönix-See, U-Turm-Museum, …), ist mit Geld finanziert, welches die Stadt nicht hat. Wenn Geld aus der Stadtkasse verschwindet, „war das irgendwer anders“. Die Stadt könnte vermutlich längst schuldenfrei sein, ist es aber nicht, da der Bürgermeister es für nötig hält das Geld dort auszugeben, wo es am wenigsten gebraucht wird.
Nun stellt sich dieser Bürgermeister tatsächlich erneut zur Wahl, und laut einer Umfrage des sehr empfehlenswerten Bürgerforum Phoenix würden JETZT tatsächlich NOCH MEHR Bürger als noch 1999 diesen Typen wählen.
Ich bin wirklich, wirklich sehr, sehr enttäuscht. Ich dachte, nach der Bargeld-Affäre hätten die Dortmunder endlich mal begriffen, dass der schlechte Ruf, die hohe Arbeitslosigkeit und alles andere schlechte in dieser Stadt, (auch und zu großen Teilen) durch die 50 Jahre SPD-Dynastie stammen. Aber wie es mir scheint, hat diese Stadt, traurig wie es ist, nichts, wirklich NICHTS gelernt …
Ja, ich weiß, es mögen harte Worte sein. Aber wer in Dortmund lebt, sich mit Politik und Wirtschaft etwas befasst und die Entwicklung in den letzten 2-3-4 Jahren mal etwas beobachtet und mit unabhängigen „Experten“ geredet hat, dem sollte eigentlich völlig klar sein, dass die SPD eine Partei ist, die man (persönliche [Anti-]Präferenzen auf Bundesebene einmal außen vor gelassen) einfach in Dortmund nicht zu wählen hat. Leider hat man hier das Gefühl, dass es hier zu 95% „Stammwähler“ gibt, die die SPD wählen, weil diese „früher ja auch schon ganz gut war“. Traurig, Leute!
Tags: Dortmund, Jämmerlich, Kommunalwahl, Langemeyer, SPD







