Sozialticket: Umverteilung, Umverteilung, …

Mittwoch, 29. Oktober 2008 – 11:05 Uhr

Ich finde es ja selbst immer wieder ein wenig beängstigend, wie oft ich inzwischen mit Meinungen und Entscheidungen der CDU konform gehe. Das dürfte aber angesichts der aktuellen SPD-Politik daran liegen, dass die CDU nur das kleinere Übel ist. Es geht mal wieder um das Sozialticket der Stadt Dortmund. Wie ich hier ja schon mal schrieb, gibt es in Dortmund seit einer Weile ein günstiges Ticket (15 €) für Empfänger von Leistungen aus dem Sozialgesetzbuch II, das im gesamten Verbundtarif Rhein Ruhr gilt. Die SPD kündigt stolz an: Stadt kündigt Sozialticket nicht.

Nachdem die Stadt unerwartete Mehrkosten von einigen Millionen dadurch zu tragen hatte, weil vorab eine völlig realitätsferne Kalkulation aufgestellt wurde, wurde darüber debattiert den Preis zu erhöhen oder das Ticket gar wieder ganz abzuschaffen. Durch ein solches Ticket schafft die SPD wieder einmal mehr Anreize, lieber die Füße hoch zu legen, anstatt dafür zu sorgen, dass die Leute wieder zur Arbeit angespornt werden. Zahlen müssen es die, die nämlich mittlerweile sowieso die meiste Last zu schultern haben: „die Mitte“ (und natürlich einige wenige „Reiche“ in Dortmund).

Sehr lachen musste ich im Artikel über das unbewusste Eigentor vom Fraktionsvorsitzenden Ernst Prüsse:

„Wir haben derzeit einen Flickenteppich. Die Landesregierung lässt die Kommunen auf den Kosten sitzen und sorgt dafür, dass der Anspruch auf ein Sozialticket dem Zufall überlassen bleibt, je nach dem in welcher Stadt man wohnt“, so Ernst Prüsse. Er erinnert daran, dass es zum Beispiel in der wohlhabenden CDU-regierten Landeshauptstadt Düsseldorf kein Sozialticket gibt. Das unsoziale und kommunalfeindliche Verhalten der Landesregierung NRW zieht sich leider auch durch bis in den VRR. „In den dortigen Gremien lehnt die CDU regelmäßig die Einführung eines Sozialtickets für das gesamte Verbandsgebiet ab,“empört sich Ernst Prüsse.

Zuerst möchte ich auf den fettmarkierten Teil eingehen: „wohlhabende CDU-regierte Landeshaupstadt“, da sollte man sich doch schon einmal Gedanken machen, warum eine CDU-regierte Stadt wohlhabend ist, eine SPD-regierte Stadt wie Dortmund aber nicht. Um es mal mit den Worten Franz-Josef Strauß’ zu sagen: Eher legt sich ein Bernhardiner einen Wurstvorrat an, als dass Sozialdemokraten mit Geld umgehen können.

Weiter geht Prüsse natürlich nicht auf die Argumente ein, unter denen die CDUFDP-Landesregierung das Sozialticket strikt ablehnt: es belastet eben nun mal den Haushalt und schultern müssen es die, die momentan sowieso schon am meisten belastet werden. Nicht die Ablehnung eines Sozialtickets ist wirklich unsozial sondern einfach die Einführung!

Warum sollte ein Arbeitssuchender, der Fahrten zur Bundesagentur für Arbeit und zu Vorstellungsgesprächen ohnehin erstattet bekommt, für 15 € ein Ticket erhalten, ein frisch ausgelernter Handwerker, der jeden Morgen mit der Bahn zu seinem Arbeitsplatz in Essen fährt aber 76,11 € monatlich zahlen? So bleibt unter dem Strich teilweise weniger übrig für jemanden der an der knapp über der Grenze staatlicher Unterstützung liegt, als für jemanden der überhaupt nicht arbeitet.

Mich kotzt diese Debatte unsozial/sozial, Gerechtigkeit/Chancengleichheit ja so dermaßen an. Ebenso kotzt es mich an, dass viele Leute einfach die tradierte Meinung haben, Deutschland könnte den fetten Sozialstaat für immer so weiter beibehalten wie es in den letzten Jahren der Fall war. Dass das nicht funktioniert, dazu muss man sich nur mal das umlagefinanzierte Rentensystem anschauen und dann mal eine Bevölkerungspyramide (die eben keine Pyramide mehr ist) anschauen.

Blutdruck schon wieder auf 180 hier heute morgen.

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Kleine Anfrage der FDP zum Linksextremismus

Dienstag, 21. Oktober 2008 – 11:17 Uhr

Heute möchte ich mal eine interessante kleine Anfrage der FDP im Bundestag bloggen. Alleine das Intro schockt schon sehr:

Seit Jahren bedrohen gewaltbereite Linksextremisten, viele aus der autonomen Szene, die innere Sicherheit in der Bundesrepublik Deutschland. Ursprünglich hatten CDU, CSU und SPD im Koalitionsvertrag beschlossen, jede Form von Extremismus zu bekämpfen. Wenngleich der Linksextremismus nicht weniger gefährlich ist als der Rechtsextremismus, einigte sich die Koalition der Fraktionen der CDU/CSU und SPD 2006 doch noch darauf, Programme gegen Linksextremismus nicht zu unterstützen. Eine Gefahr von „links“ wird nicht wahrgenommen, wodurch die Bekämpfung des Linksextremismus kaum bis gar nicht betrieben wird. So besteht in der Gesellschaft trotz zunehmender Straftaten eine erschreckende Akzeptanz gegenüber politisch links motivierter Gewalt.

Heute im Bundestag schreibt dazu:

Von Anfang 2005 bis Ende Juni 2008 hat es 4.243 Gewalttaten von Linksextremisten gegeben. Dies teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort […] mit. Im Bereich “Politisch motivierte Kriminalität - links” (PMK - links) seien seit Januar 2005 insgesamt 7.478 Sachbeschädigungen gemeldet worden. Sachbeschädigungen würden von einem Teil des linksextremen Spektrums als “legitimes Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele” angesehen, schreibt die Regierung.

http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_290/02.html

Find ich unglaublich. Ich finde gegen extreme Randgruppen, obgleich ob im linken oder rechten Spektrum angesiedelt, sollte mit aller Härte des Gesetzes vorgegangen werden. Ist für mich völlig unverständlich, dass die Bundesregierung Programme gegen autonome/extreme Linke einfach nicht unterstützen will. Ist für micht nicht weniger schlimm gegen die eigene freiheitlich rechtliche Ordnung vorzugehen, als gegen Ausländer, wie es die Rechtsextremen tun.

Man könnte ja jetzt hämisch sein und schreiben, dass es einen bei dem Linksrutsch in der aktuellen Regierung nicht wundern braucht. Aber ich lasse es, hat ja eh keinen Zweck.

Die kleine Anfrage gibt es hier:
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/105/1610538.pdf (PDF)

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Wohnung gefunden - das ging fix

Montag, 20. Oktober 2008 – 10:14 Uhr

Irgendwie vernachlässige ich dieses Weblog hier zeitweise ganz schön, hab ich gerade wieder gemerkt. Ich wollte ja öfters mal was zur Wohnungssuche schreiben. Diese nahm aber ein so spektakuläres wie überraschendes Ende, dass ich da einfach nicht dran gedacht habe.

Ich geh also mit Martin, meinem zukünftigen Mitbewohner, einen Freitag Nachmittag eine Wohnung angucken. Besichtigt wird die Wohnung mit der aktuellen Mieterin, die einen Nachmieter sucht. Schöne Wohnung, sehr groß, dabei aber noch sehr erschwinglich, schöne zentrale, aber dennoch ruhige Lage, gute Raumaufteilung, überall Parkettboden, letzte Renovierung vor 1,5 Jahren. Super Wohnung. Mit uns da, waren drei andere Mietparteien von denen zwei auch Interesse signalisierten.

Im Gespräch mit der aktuellen Mieterin fiel dann der Name des Vermieters und ab da taten mir die anderen Interessenten schon ein wenig leid und ich musste mir das grinsen verkneifen. Vermieter ist ein langjähriger, guter Kunde der Agentur in der ich arbeite. Da müsste also was zu machen sein, denk ich mir.

Also schnell bei meiner Kollegin auf dem Handy angerufen und mal nachgefragt was man da machen kann, da ich selbst keinen direkten Kontakt mit dem Kunden habe und die Leute dort im Prinzip nur vom Namen her kenne. Die Antwort war klar und für mich erfreulich: „Ja wenn die Wohnung von denen ist, dann bekommst du die natürlich!“

Schön! Und so kam es dann auch. Letzten Dienstag waren wir dann den Mietvertrag unterschreiben. Und so wohne ich nun ab dem 1.12.2008 auf 96m² in insgesamt 4 Zimmern + Balkon. Das die Wohnungssuche ein so abruptes Ende nehmen wird, hätte ich nicht gedacht, freut mich aber natürlich. Nun bin ich gespannt wie es weitergeht, gegen Ende November können wir bereits die Schlüssel haben.

Ich werde versuchen Euch auf dem Laufenden zu halten ;-)

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Youtube in HD

Mittwoch, 08. Oktober 2008 – 14:58 Uhr

Ein wenig schmunzeln musste ich ja schon irgendwie:

rickastley.jpg
http://mrdoob.com/lab/youtube/superHD/

Staats-Bürokratie

Donnerstag, 02. Oktober 2008 – 14:17 Uhr

Bin grad mal endlich dazu gekommen mir die Koalitionsvereinbarung von FDP und CDU in NRW mal ein wenig durchzulesen. An einigen Stellen einfach herrlich was für ein hervorragendes Beauftragtenwesen von Rot-Grün hier eingeführt wurde:

Das von der bisherigen Landesregierung geschaffene ausufernde Beauftragtenwesen werden wir zurückführen. Die entsprechenden Aufgaben sind von den zuständigen Behörden wahrzunehmen. Eine effiziente Verwaltung braucht nicht für jedes Problem noch zusätzlich „Beauftragte“ wie z. B.

  • Geheimschutzbeauftragte
  • Gesundheitsministerkonferenz-Beauftragte
  • Ausbildungsbeauftragte
  • Eine-Welt-Beauftragte
  • Rußland-Beauftragte
  • Benelux-Beauftragte
  • Sokrates-Beauftragte
  • Knowledge-Beauftragte
  • Beauftragte für die Reform des öffentlichen Dienstes
  • Beauftragte für die Medienausbildung an den Hochschulen

Die gefetteten find ich besonders geil. Jaja, ich weiß, dass es sich bei Sokrates nicht um den gleichnamigen Philosophen, sondern um das EU-Programm handeln wird. Stell ich mir dennoch sehr geil vor, wenn man sich irgendwo vorstellt:
- Und? Was machen Sie so beruflich?
- Ich bin Sokrates-Beauftragter der Landesregierung
- Ah ja …

Mal weitersuchen was sich noch da noch so finden lässt …

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