Dortmunder SPD lernt das Wirtschaften
Donnerstag, 17. September 2009 – 14:47 Uhr
… notgedrungen.
Hach was ist das ein herrlicher Tag. Die Stadt Dortmund muss den Rotstift ansetzen und nach 60 Jahren Monarchie ähnlicher Verhältnisse endlich lernen wie man mit Geld umgeht. Und weil das einfach so schön ist, hier mal die komplette Liste mit allen Einsparungen:
Für die Haushaltsplanung 2010 und Folgejahren öffnet Stüdemann am Donnerstagnachmittag den Rats- und Bezirkspolitikern die Augen, was die Dimension der Finanzprobleme angeht.
Da gehören der künftige Verzicht auf spektakulären Großveranstaltungen wie der Loveparade oder Public Viewing wie bei der Fußball-WM 2006 noch ebenso in die Rubrik „Kleinvieh macht auch Mist” wie der Selbstverzicht der Dezernenten auf Dienstwagen und üppig besetzte Büros, das Herunterfahren der Ausstattung der Fachämter mit Handys, Druckern und Autos oder der Verzicht auf interne Tagungen außerhalb der Stadtgrenzen.
Was die Wirtschaft und die Bürger schon schmerzlicher treffen würde:
Heraufsetzen von Preisen und Gebühren auf kostendeckendes oder zumindest marktübliches Niveau vor allem bei freiwilligen Leistungen wie den Stadttheater Aus für den Superweihnachtsbaum Einführung einer Benutzungsgebühr für Sportplätze und Turnhallen in Höhe von einem Euro pro Tag und Person, pauschale Reduzierung des Betriebskostenzuschusses für die Kulturbetriebe Kahlschlag bei den Stadtteilbibliotheken Streichung aller Kurse in Musikschule und VHS, die nicht rentierlich sind Verkleinerung der Angebotspalette fürs Kulturhauptstadtjahr 2010 Einschnitte in die Museumslandschaft bis hin zum Verzicht auf lebende Tiere im Naturkundemuseum Halbierung der Zahl der Ordnungspartner Aufgabe der Freiwilligenagentur und des Stadtbezirksmarketings Verkauf von Kunstgegenständen Aufgabe des Instituts für Zeitungsforschung und des Kulturinfoshops Schließung des Dietrich-Keuning-Hauses und anderer Kulturzentren Fusion der Dortmunder mit der Bochumer Schauspielsparte Komplett-Schließung von Hallenbädern Auflösung des Umweltamts, des Wohnungsamts sowie der Stadterneuerung und des Agendabüros Streckung von Großprojekten wie „Boulevard Kampstraße weniger Schulhausmeister Schließung von „Zwergschulen” reduzierte Sicherheitsstandards bei der Feuerwehr Verringerung der Jugendhilfedienste von 13 auf sechs Halbierung des Personalbestands im Dienstleistungszentrum Wirtschaft (brächte 600.000 Euro im Jahr) Streichung der Aufgaben „Frau, Innovation, Wirtschaft” und „Regionalstelle Westfälisches Ruhrgebiet” Verringerung der Zahl der Bezirksverwaltungsstellen und der Stadtteilparlamente von zwölf auf fünf Einstellung jeglicher Ehrungen Aufgabe des Büros für Anregungen, Beschwerden und Chancen-gleichheit Abschaffung privater Telefongespräche auf Kosten der Stadt Angebote zur Frühverrentung aller über 50-jährigen Bediensteten Ausbildung nur noch nach Bedarf
Quelle: http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/dortmund/2009/9/17/news-133527849/detail.html
Hervorgehoben von mir wurden alle Punkte die ich entweder einfach nur lustig, weil armselig fand oder ich einfach nicht nachvollziehen konnte, warum dafür überhaupt Geld ausgegeben wurde. Einige dieser Forderungen hat Joachim Pohlmann bereits vor der Wahl ganz klar so formuliert (Bspw. Ausbildung über Bedarf) und erntete dafür von den Sozis nur ein empörtes Kopfschütteln. Umso schöner ist es, dass die SPD diesen Mist jetzt selbst durchziehen darf, Quittung folgt bei der nächsten Kommunalwahl.
Ich würde mein linkes Ei fast darauf verwetten, dass uns in den nächsten Wochen die Botschaft ereilt, dass nach reiflicher Überlegung und in Rücksprache mit dem neuen Kämmerer Jörg Stüdemann auch das marode Städtische Klinikum teilprivatisiert werden muss.
Ich warte gespannt und hoffe dass die Dortmunder Bürger bei einer möglichen Neuwahl diesmal so schlau sind und ihr Kreuz an der richtigen Stelle machen; und das heißt weder rot noch grün!
Tags: Dortmund, Haushaltsloch, Jörg Stüdemann, Kommunalwahl, SPD, Ulli Sierau, Ullrich Sierau, Wahlbetrug








