Mein kurzes Abenteuer als Mitglied einer Partei

Sonntag, 03. Januar 2010 – 16:31 Uhr

4045713801_40688136b9_o.jpgBild: Albiedo

Ich habe im Jahr 2008 gegen meine eigenen Prinzipien verstoßen und bin einer Partei beigetreten. Die Wahl fiel damals auf die FDP, mit der ich schon länger sympathisierte, da sie mir, in den für mich wichtigen Bereichen, Bürgerrechte/Innenpolitik und Wirtschafts- und Finanzpolitik (dazu zähle ich auch die Sozialpolitik), mit Abstand am nächsten war und auch immer noch ist (und wohl auch länger noch sein wird). Der Grund für den Beitritt waren entschlossene Bekenntnisse der Partei zu Themen wie Steuersenkungen, Entlastungen der Mittelschicht, Leistungsgerechtigkeit, Marktwirtschaft, Freiheit. Hier fühlte ich mich zu Hause. Einer Partei beitreten wollte ich ursprünglich jedoch nie, da ich befürchtete dadurch früher oder später meine eigenen Standpunkte mehr oder weniger zu verraten und „Partei-Soldat“ zu werden - und so kam es dann auch.

Bei jeder „schlechten“ Meldung über die FDP nach, aber auch schon vor der Wahl, redete ich mir ein, dass dies schon so seine Richtigkeit hat und die Parteispitze schon weiß, was sie dort tut. Beim Verbot von PickUp-Stellen von Versandapotheken habe ich unter fadenscheinigen Begründungen akzeptiert, das dies schon irgendwie in Ordnung ist, die Kindergelderhöhung habe ich unter dem „Deckmantel der Entlastung“ hingenommen und auch in anderen Angelegenheiten ertappte ich mich immer mal wieder dabei, wie ich frei nach dem Motto „die Partei hat immer Recht“ Dinge plötzlich zumindest in Ordnung fand, denen ich vorher mit größter Ablehnung begegnete.

Ich trat der FDP also bei, mit der Absicht, die Partei durch meine bloße Mitgliedschaft und natürlich auch meine Monatsbeiträge, im Wahlkampf und darüber hinaus, zu unterstützen. Aktiv war ich nie wirklich. Ich habe im Internet massiv auf allen Kanälen für die FDP geworben. Ich war beim Jahresempfang 2009 im Dortmunder Rathaus, bei einem Neumitgliedertreff mit dem überaus sympathischen und integeren Bundestagsabgeordneten Michael Kauch (Grüße an dieser Stelle!) und hielt mich nach den Wahlen 2009 jeweils im „Lager“ der FDP-Fraktion im Dortmunder Rathaus auf, um dort mit Spannung im Kreise anderer „Junger Liberaler“ den Wahlergebnissen entgegen zu fiebern. Das war es dann aber auch schon mit dem „aktiven Engagement“.

Ich war mir auch der Tatsache bewusst, dass oppositionelle Ideologie (wie ich es mal vorsichtig nennen möchte) und Regierungsverantwortung zwei verschiedene Paar Schuhe sind, gerade dann, wenn man mit der Union in eine Koalition geht, die zumindest auf bürgerrechtlicher Seite in meinen Augen ein krasser Gegenpol zu den eher freiheitlichen Ansichten (naja?!) der FDP darstellt. Auch wirtschaftlich hat sich die CDU seit dem Abgang von Friedrich Merz (was ich persönlich sehr bedauere) ja eher zu einer schwarzen SPD entwickelt. Also stellte ich mich auf Kompromisse ein. Viele Kompromisse, schmerzhafte Kompromisse. Das tat ich zum Glück wirklich. Und so blieb ich auch erst einmal in der Partei.

Ich spielte mit dem Gedanken auszutreten als die FDP beim Zugangserschwerungsgesetz haderte: dies solle erst einmal ausgesetzt werden für ein Jahr und stattdessen nach dem Prinzip „Löschen statt Sperren“ vorgegangen werden. Ich hätte mir eine entschiedenere, generelle Abschaffung dieses gesetzlichen Fehlentwurfs gewünscht, wohl einer der besagten Kompromisse. Egal, mit der Aussetzung und vor Allem „Löschen statt Sperren“ kann ich bis auf weiteres gut leben.

Ich spielte mit dem Gedanken auszutreten als die FDP zusah, wie sich der neue Bundesinnenminister Thomas de Maizière bei der EU-Abstimmung zum SWIFT-Abkommen enthielt. Wo war Sabine Leutheußer-Schnarrenberger? Für mich oberste Gralshüterin in Sachen Bürgerrechte bei der FDP. Ein neuerlicher Rücktritt wäre hier nur konsequent gewesen, zumindest ein empörter Aufschrei. Nöö, ein zaghaftes „das gilt ohnehin nur für neun Monate und ist weit weniger Datenschutzrechtlich bedenklich als gemeinhin angenommen“ war von ihr lediglich zu vernehmen.

Ich spielte mit dem Gedanken auszutreten als unser neuer Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle die Zerschlagung von zu mächtigen Unternehmen forderte. „Um den Wettbewerb zu gewährleisten“. Eine Forderung die ich vor der Wahl wohl nur im Wahlprogramm der Linkspartei gesucht hätte (dort taucht das Wort „Zerschlagung“ übrigens nicht auf!). Selbst ein Sozialist höchster Ebene, Bodo Ramelow, stimmte mir in dieser Hinsicht zu. Wenn Leistung sich lohnen muss, was hat Rainer Brüderle geleistet, um an den Posten des Bundeswirtschaftsministers zu kommen? Hier täte es Deutschland vielleicht einfach mal gut, die Markteintrittsbarrieren im Bereich der Stromversorgung, im Postsektor oder im Schienenverkehr soweit zu senken, dass echter Wettbewerb möglich ist. Bei der Telekommunikation hat es schließlich auch geklappt. Für alle anderen Fälle haben wir ein funktionierendes(?) Kartellamt.

Auch spielte ich mit dem Gedanken auszutreten, als der befürchtete „soziale Kahlschlag“ ausblieb, denn ich hatte mir eine massive Einschränkung bei den staatlichen Ausgaben gewünscht um den Bundeshaushalt wieder in halbwegs solide Bahnen zu kriegen, bei gleichzeitiger Entlastung. Sparvorschläge gab es von der FDP zu Oppositionszeiten ja genug (Stichwort „Liberales Sparbuch“). Doch statt bspw. eine Stelle als Staatsminister im Auswärtigen Amt zu streichen, wird vom neuen Bundesaußenminister Guido Westerwelle lieber eine neue Stelle geschaffen. Naja, geschenkt. Hier kann man der FDP ja immerhin ankreiden, dass sie oftmals gegen den Willen der schwarzen SPD versucht Sparvorschläge durchzusetzen, wie man so vernimmt.

Nein, ich bin nicht ausgetreten. Aber meine Geduld ist am Ende.

Das Fass zum Überlaufen brachte die urplötzliche Zustimmung der FDP bei einem Thema was mich persönlich sogar eher wenig betrifft, da ich selten bis nie fliege, mich aber am Prinzip der FDP als „Bürgerrechtspartei“ doch arg zweifeln lässt, nämlich in der Debatte um die sogenannten „Körperscanner“. Lehnte man noch vor kurzer Zeit den Einsatz solcher Scanner auf Flughäfen ganz entschieden ab, ist die zweite Generation dieser unsäglichen, entblößenden Scanner plötzlich völlig in Ordnung, wesentliche Körperbereiche seien ja schließlich unscharf und somit unbedenklich. Ob es einen Sicherheitsgewinn durch diese Scanner gibt, ist dabei fraglich. Und wenn es ihn gibt, dann weiß ich nicht ob der Nutzen den Aufwand (und die Kosten) rechtfertigt, nur weil EIN Flugpassagier von 7.000.000.000 Erdbürgern ein böser und gefährlicher Terrorist sein könnte.

Hier halte ich es eher wie der Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung Peter Schaar, der in einer schönen Metapher dazu aufruft lieber genauer nach der Nadel zu suchen, statt den Heuhaufen immer weiter zu vergrößern. Und hier hörte ich nicht einmal vereinzelt Stimmen aus der FDP-Fraktion ob der Einsatz dieser Geräte wirklich sinnvoll ist. Es probierte auch niemand der Union den schwarzen Peter zuzuschieben. Nein, ganz offen war die FDP, aus heiterem Himmel, so kam es mir vor, nun klar für die Einführung solcher Körperscanner. So sieht also die viel zitierte Regierungsverantwortung aus.

Dabei geht es mir primär nicht einmal darum, ob solche Scanner tatsächlich Sicherheitsvorteile bringen, möglicherweise mag dies ja wirklich so sein. Aber ich kenne Bilder von der „zweiten Generation“ dieser Scanner; für mich unterscheiden sich diese nicht wirklich grundlegend von Bildern der ersten Generation. Wenn nun aber nicht einmal mehr seitens der FDP öffentlich Zweifel angemeldet werden, ob die Dinger bei vermutlich nicht geringen Anschaffungskosten für den Steuerzahler (ob Vielflieger oder Garnicht-Flieger), wirklich DEN enormen Sicherheitsvorteil bringen der deren Anschaffung rechtfertigen würde, dann ist für mich die FDP keine Partei der Bürgerrechte mehr. Und dann habe ich keine Lust mehr, vor allem in Diskussionen mit Anhängern anderer Parteien, zu argumentieren, warum Entscheidungen wie das erhöhte Kindergeld, der Betreuungszuschlag, die Änderung bei Versandapotheken oder die Möglichkeit zur Zerschlagung von Unternehmen (halloooo, Kartellamt, wo wart ihr all die Jahre?) doch der richtige Weg für Deutschland ist.

Ich bin es satt mich für eine Politik rechtfertigen zu müssen, die ich nicht gewählt habe. Ja, Regierungsverantwortung. Ja, eine Koalition besteht aus Kompromissen. Und ja, die FDP ist nur Juniorpartner. Dennoch hat die FDP es leicht mit 14,6% im Rücken dem Koalitionspartner CDU/CSU die Pistole auf die Brust zu setzen. Mir scheint es beinahe als würde die FDP, aus Angst ihrem unberechtigten Ruf der sozial kalten Partei gerecht zu werden, die schlechte Politik der SPD unter der Moderatorin und Mediatorin Merkel weiterführen wollen. Bloß keine notwendigen aber unangenehmen Dinge anstoßen, schließlich ist im Mai Landtagswahl in NRW - und es sind ja schließlich 4 Jahre (Regierungs-)Zeit.

Immerhin positiv:

  • Gesundheitsminister Philipp Rösler mitsamt seinem Staatssekretär Daniel Bahr (ich habe große Erwartungen an euch, Jungs!)
  • Der neue Generalsekretär Christian Lindner (auch hier habe ich große Erwartungen!)
  • Volker Wissing als Vorsitzender des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages. Habe zwar keine genauen Vorstellungen wie „einflussreich“ dieser Posten ist, Herr Wissing wirkte aber in sämtlichen Talkshows auf mich, als besäße er mehr Fachkompetenz in Finanzangelegenheiten als dreiviertel des gesamten Bundestages zusammen
  • das Gleiche gilt für Otto Fricke, der ja nun neuer Parlamentarischer Geschäftsführer ist
  • Frank Schäffler, den man zwar nur selten hört, aber immer sehr wahre Worte spricht, wenn man ihn mal hört
  • Johannes Vogel, stellvertretend für alle 17 Julis die in den Bundestag gewählt wurden

Statt eines Bundeswirtschaftsministers Brüderle hätte ich mir Hermann Otto Solms - den alten Finanzfuchs - als Finanzminister gewünscht. Aber das wär ja auch zuviel des Guten gewesen. Wir haben schließlich schon die Wahl gewonnen …

Gut, nun habe ich mir meinen Frust von der Seele geschrieben und vielleicht ändert sich die Politik der Schwarz-Gelben Bundesregierung ja zufällig nach der Wahl in NRW schlagartig zum Guten, dann ist ein späterer Wiedereintritt sicher nicht ausgeschlossen. Auch bin ich nach wie vor der Meinung, dass Schwarz-Gelb die beste Regierungskoalition ist, die uns am 27. September hat passieren können. An meiner Entscheidung aus der Partei vorläufig(?) auszutreten ändert dies aber wohl eher nichts mehr.

// Update:
Nach einem sehr guten und amüsanten Gespräch mit der Mitgliederbetreuung des örtlichen FDP Kreisverbandes habe ich der Partei noch einmal unter Vorbehalt die Chance gegeben auf Landesebene nach der Landtagswahl im Mai 2010 hier in NRW konsequenter zu handeln und vorerst[!] nicht auszutreten. Sollte bis dahin aber noch etwas vorfallen was mir nicht in den Kram passt, liegt mein Parteibuch samt Austrittsschreiben schneller im Briefkasten der Kreisgeschäftsstelle als Guido Westerwelle das Wort „Wählerverarsche“ buchstabieren kann.

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10 Kommentare zu “Mein kurzes Abenteuer als Mitglied einer Partei”

  1. Maximilian K.:

    Tja, zufrieden kann man wirklich nicht sein, aber die Partei, die die eigene Meinung widerspiegelt gibt es ja nicht. Ich war mit dem Programm der FDP vor der BTW nur zu 60% einverstanden. Wenn dann von diesen 60% nur 20% umgesetzt werden plus die 40% Schrott, dann kommt man wirklich ins Zweifeln. Ich werde mich weiterhin parteilich engagieren, denn nur in der FDP seh ich die Chance meine Ideen umzusetzen. Nichstdestotrotz kann ich Deine Entscheidung voll und ganz unterstützen, denn die letzten Pressemeldungen haben die Parteizugehörigkeit nicht gerade vereinfacht. Mein Urteil: Westerwelle muss weg! Die FDP-Politiker, die Linie beweisen werden im Stich gelassen (vgl. Sabine Leutheuser-Schnarrenberger und SWIFT!) Das Einzig Gute, was Westerwelle geleistet hat, war, die Tante vom Bund der Vertriebenen knallhart vor die Wand fahren zu lassen. Respekt dafür! Leider aber auch zu wenig! Zitat http://www.sueddeutsche.de/politik/811/499093/text/: “Die FDP ist die Partei, die die Flexibilität preist, aber ihr Chef neigt zur Sturheit. Er hat weder Zeit noch Lust und Sinn für Flexibilität, er hat keinen Nerv, sich darum zu kümmern, dass seine FDP versprochen hat, nicht nur Steuersenkungs-, sondern auch Bürgerrechtspartei zu sein. ” UND “Natürlich: Leutheusser-Schnarrenberger protestiert, mahnt, bedauert - aber das hilft ihr heute beim Datenschutz und der Vorratsdatenspeicherung so wenig wie einst beim Lauschangriff, wenn der Parteichef nicht hinter ihr steht.”

    Vielleicht will Westerwelle wirklich nur die Welt sehen als Reiseminister?

    Liberaler Gruß
    (werde Dich vermissen)

    Max

  2. Manuel:

    Guter Kommentar, da sprichste wahre Worte!

    Den Julis bleibe ich ja erhalten, keine Angst. Und auch ins Rathaus kommen werde ich weiterhin nach den Wahlen, wenn man mich lässt ;)

    Wobei ich mir gerade das Antragsbuch zum Julis-Lako durchlese und mich an einigen Stellen auch schon wieder frage ob die NRW-Julis „verRüttg“ geworden sind. Hehehe.

    Schade eigentlich dass die Piraten als weitere sozialistische Partei auch nicht ernsthaft in Frage kommen. Vernünftige Wirtschafts- und Finanzpolitik steht für mich tatsächlich immer noch eine Stufe über den Bürgerrechten.

  3. Sebastian Veltkamp:

    Auch ich bin seit etwas über einem Jahr eines dieser ehr passiven Mitglieder und erkenne mich in der Beschreibung wieder. Ich für meinen Teil habe mich noch nicht zu einem Parteisoldaten entwickelt. Wie sollte die FDP auch eine Entwicklung durchmachen, wenn die eigenen Mitglieder nichts zu kritisieren haben?

    Wie auch immer. Ich halte es für symbolisch wichtig der FDP die Treue zu halten. Kritik ist richtig und wichtig, vor allem öffentlich und laut, so dass jeder mitbekommt, wenn man denkt es läuft etwas falsch in der eigenen Partei, aber, bei aller Kritikfreudigkeit, ist und bleibt die FDP die einzige Parlamentspartei die nicht sozialdemokratisch oder gar sozialistisch ist. Die Unterstützung hat sie verdient, allein dafür.

    Ich habe auch immer noch die Hoffnung, dass sich die Regierungsarbeit bessert und die FDP bei den kommenden Wahlen weiter an Stärke gewinnt und dadurch selbstbewusster auch die liberalen Ziele angehen kann. Man muss zeigen, dass man den Mut und die Kraft dazu hat den Umverteilungsapparat zu stoppen, die Mittelschicht durch die dringend nötige Steuerreform endlich zu entlasten (bis jetzt ist dieses rumdoktern ehr ein Witz) und die FDP zum Schutzherrn der Bürgerrechte zu machen.

    Noch kurz zu Westerwelle: Er hat bewiesen, dass er die Notwendigkeit von Entlastungen sehr gut vermitteln kann. Er hat eigentlich auch gezeigt, dass er sich gewandelt hat und die Bürgerrechte endlich ernsthaft verteidigen möchte. Es war ein Riesenfehler ihn zum Außenminister zu machen. Er ist seit seinem Amtsantritt zu sehr in und mit anderen Ländern beschäftigt. Wir bräuchten ihn hier aber viel dringender und ich hoffe, dass er bald wieder sich mehr mit Deutschland beschäftigt und sich auf seine Stärken besinnt, die Steuer- und Wirtschaftspolitk.

  4. Manuel Busch:

    Hallo,

    leider steckt viel, viel wahres in diesem Kommentar.
    Ich bin kurz nach der Europawahl den JuLis beigetreten, vorallem wegen des Themas Bürgerrechte (dahingehend hätte ich auch zu den Grünen gehen KÖNNEN, aber da stört mich einfach der Rest mehr).

    Grundsätzlich bin ich da knallhart ehrlich: die FDP muss nicht immer weiter zum Manchesterliberalismus krabbeln, als wenn die Wirtschafts- und Finanzpolitik ein so lebensentscheidendes Thema ist.
    Man darf bitte niemals vergessen, dass es auch eine FDP VOR 1982 gab. Eine FDP, die 1971 die Freiburger Thesen veröffentlicht hat, eine FDP, die als erste Partei (im damaligen 3-Parteien-System) den Umweltschutz im Programm hatte.
    Eine FDP, die auch mit der SPD gute Politik gemacht hat. Eine FDP, die wegen notorischer Querulanten wie Lambsdorff (Gott habe ihn seelig) ohne größerer Not eine Koalition platzen ließ, für die sie im Wahlkampf wortwörtlich geworben hat.
    Eine FDP, die damals, 1982, mit der CDU plötzlich all das gemacht hat, was sie der SPD noch abgelehnt hat. Eine Partei, die sich schon 1982 selber ins Knie geschossen hat.

    Ich weiß, dass du das natürlich anders siehst. Das kann man deinem Kommentar entnehmen. Aber die sklavische Bindung an die CDU, diese Ausschließeritis allerorten, die ist das eigentliche Problem der FDP. Und da waren wir als Partei auch mal besser. Aber nein, man musste Hirsch, Baum, Hamm-Brücher und Verheugen ja eiskalt kaltmachen, Leutheusser-Schnarrenberger mehrfach in den Rücken fallen.
    Nein nein. Ich bin rein garnicht zufrieden mit dem Kurs der FDP, ich halte ihn für massiv gefährlich. Es wird de facto auf Bürgerrechte geschissen, weil man mit den Ewiggestrigen wohlwollend ins Bett steigt. Das wird einer stolzen Partei wie der FDP einfach nicht gerecht.

    Aber wie einer meiner Vorposter schon sagte: gerade jetzt muss man der FDP die Treue halten. Denn wenn die Kritik nicht von innen - bestenfalls von den JuLis - kommt, von wo denn dann?

    Grüße aus dem KV Hagen,

    Manuel.

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  6. J.:

    Ja, auch ich finde mich so ähnlich in dieser Beschreibung wieder.

    Enttäuschend ist vor allem wenn man bei vielen Leuten in der Partei das Gefühl hat ihnen ist es eigentlich alles egal.

  7. DDH:

    Mach’s wie ich, werd parteifrei! :)

  8. Friedrich Dominicus:

    Das ist ja “Wahnsinn”, mir ist dasgleich passiert: Darf ich da mal einige Links anfügen?
    http://fdominicus.blogspot.com/2010/01/wir-brauchen-unbedingt-eine-liberale.html

    und mein Kommentar zu
    http://www.antibuerokratieteam.net/2010/01/18/ehrenurkunde-fuer-rechtzeitiges-abtauchen/#comments

    Außerdem habe ich noch mails von Helmut Metzner bekommen.

    Richtig “amüsant” wird es beim PS. Ich zitiere:
    “PS: Wir halten Wort. Für Freiheit in Verantwortung. Mehr dazu unter:
    www.fdp.de

  9. Friedrich Dominicus:

    Mist ein follow-up. Bitte es zu entschuldigen. Meine Kündigung liegt auf dem Fensterbrett und
    wird meinem KV Vorsitzenden am 25.1. 2010 zugestellt, für mich hat sich das Thema FDP (und das nach 20 Jahren Unterstützung und 1 Jahr drei Monaten als aktivem Mitglied “erledigt”.

    @Manuel Busch:

    “Aber wie einer meiner Vorposter schon sagte: gerade jetzt muss man der FDP die Treue halten. Denn wenn die Kritik nicht von innen - bestenfalls von den JuLis - kommt, von wo denn dann?”

    Warum? Du/Sie wirst doch offentsichtlich “verarscht”…..

    Muß ich wirklich noch andere “Sünden” aufzählen:
    - FmStg
    - Enteignung HRE
    - Subventionsabbau (kommt im Koalitionsvertrag nur einmal vor)

    Hat den niemand den Schmarrn gelesen?

  10. Boris Eichler:

    Ich kann das alles gut verstehen. Ich bin seit fast 25 Jahren dabei und auch oft heftiges Seitenstechen. Aber eine Partei ist ein lebendiger Organismus. Man kann sich - in Internet-Zeiten besser denn je - bündeln und der Parteispitze auf den Füßen rumtreten, wenn’s nicht passt. Allemal besser als die Alternative der völligen Passivität. Auch wenn die FDP nicht immer liberal ist (z.Zt. gerade im Arbeitsbereich des Kollegen Kauch) - es gibt immerhin eine liberale Partei mit ihr. Dass der Vorstand nicht immer meine Politik macht, kann ich jedem erklären. Es reicht die Erinnerung, dass ich ja nicht im Vorstand bin. FC Bayern-Mitglieder lassen sich auch nicht dafür beschimpfen, wenn van Gaal Ribery auswechselt…

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